Deichschau zwischen Worms und Mainz - Fazit: Deiche und technische Einrichtungen sind funktionsfähig und der Hochwasserschutz ist sichergestellt

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) hat bei einer dreitägigen Deichschau am Rhein zwischen Worms und Mainz die Hochwasserschutzmauern und Deiche kontrolliert. Begutachtet wurde eine Strecke von 40 Kilometern Rheindeich.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass die Deiche - trotz der lange anhaltenden Trockenheit in 2018 und der Hitzeperioden in 2019 - voll funktionsfähig sind und der Hochwasserschutz sichergestellt ist.

Trotzdem wurden einige Mängel festgestellt. Die SGD Süd - Deichmeisterei Budenheim - weist darauf hin, dass die intensive Freizeitnutzung der Deichwege durch Radfahrer zunehmend Probleme bei der Deichunterhaltung bereitet. Die Deichwege sind Betriebswege auf denen Radfahren auf eigene Gefahr zulässig ist. Auf Mäh- und Unterhaltungsarbeiten wird durch Beschilderung und Warnhinweise darauf hingewiesen, dass die Deichunterhaltung Vorrang hat. Deshalb wird um Rücksichtnahme auch in eigenem Interesse wegen der Verletzungsgefahr durch Maschinen gebeten. Auch Hundebesitzer werden gebeten, auf den Deich zu achten. Es kommt vermehrt zu Wühlschäden insbesondere durch Hunde, aber auch durch andere Wühltiere wie beispielsweise Wühlmäuse und Wildschweine. Außerdem wurden Pferdespuren auf den Deichkronen bei Guntersblum, Oppenheim und Bodenheim festgestellt. Generell ist Reiten am Deich untersagt, weil es die geschlossene Grasnarbe beeinträchtigt.

In diesem Jahr ist zu beanstanden, dass in unmittelbarer Nähe von Hochwasserschutzmauern ein starker Gehölzaufwuchs festgestellt wurde. Diesbezüglich sind Rückschnitt- und Fällungsmaßnahmen dringend erforderlich. Außerdem behindern Kletterpflanzen auf Mauern die erforderliche Begutachtung der Bausubstanz.

Außerdem wird in diesem Rheinabschnitt eine zunehmende Ausbreitung von Neophyten beobachtet. Hier handelt es sich um Pflanzen aus anderen Regionen, die sich invasiv ausbreiten und einheimische Pflanzen und somit die erforderliche geschlossene Grasdecke verdrängen und schädigen. Hierzu zählt beispielsweise der Japanknöterich, das orientalische Zackenschötchen und der Götterbaum, die die Hochwasserschutzmauern beeinträchtigen. Mit diesem Problem wird in den nächsten Jahren noch stärker gerechnet.

Alle Sonderbauwerke und technische Einrichtungen sind funktionstüchtig. Den Verursachern und Verantwortlichen werden die Mängel mitgeteilt, die zeitnah zu beseitigen sind um die Sicherheit der Deiche und Hochwasserschutzmauern dauerhaft zu gewährleisten.