SGD Süd-Präsident Hannes Kopf: Erlaubnis für neues Diagnostik-Sicherheitslabor für Tuberkulose-Proben an Firma Bioscientia Institut für Medizinische Diagnostik GmbH in Ingelheim erteilt

Der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Prof. Dr. Hannes Kopf, hat jetzt dem Geschäftsführer der Firma Bioscientia Institut GmbH in Ingelheim, Dr. med. Oliver Harzer, den Erlaubnisbescheid für die Inbetriebnahme eines neuen Sicherheitslabors zur Durchführung von Tätigkeiten der Schutzstufe 3 nach der Biostoffverordnung (BioStoffV) übermittelt.

Hier werden künftig Tuberkulose-Proben näher untersucht und z.B. auf Resistenzen getestet. Damit verfügt die Bioscientia über eines der wenigen solcher Laboratorien in Rheinland-Pfalz. Sicherheitslabore zur Durchführung von Tätigkeiten der höchsten Schutzstufe 4 sind in Rheinland-Pfalz nicht angesiedelt.

Kopf zeigte sich beeindruckt von dem hochmodernen Labor und bedankte sich für die konstruktive Zusammenarbeit mit seiner Behörde. „Rheinland-Pfalz kann mit der Inbetriebnahme dieses Labors sein Standing im bundesweiten Vergleich weiter festigen“, so Kopf.  

„Mit Beginn der Corona-Pandemie wurde deutlich, welche zentrale Rolle die medizinischen Labore in der Gesundheitsversorgung spielen“, merkt Dr. Harzer an. „Ein S3-Labor für die Tuberkulose-Diagnostik ist ein wichtiger Beitrag für ein Haus in unserer Größenordnung.“

Der gesamte Laborkomplex wird im Unterdruck betrieben und die Abluft durch entsprechende Hochleistungsfilter geleitet. Hierfür ist eine aufwändige Technik notwendig, die so ausgelegt ist, dass selbst im Brandfall oder bei einem Stromausfall die Aufrechterhaltung der Abschottungsmaßnahmen sichergestellt ist, so dass zu keiner Zeit Keime in die Umwelt gelangen können.

Das Labor wird über eine Schleuse betreten und weist neben zwei Laborbereichen einen Mikroskopierraum und einen Raum zum Inkubieren der Proben auf. Nach der Untersuchung werden sämtliche Proben in einem Autoklaven bei hohen Temperaturen inaktiviert, so dass von den Abfällen keine Gefahr für Mensch und Umwelt ausgehen kann.
Das bisherige Labor war der gestiegenen Anzahl von Untersuchungsproben nicht mehr gewachsen.
Neben der Analyse von Tuberkulose-Proben liegt der derzeitige Schwerpunkt der Bioscientia bei der Untersuchung von Abstrichen auf das neuartige SARS-CoV-2 Virus. Das Kerngeschäft der Bioscientia-Gruppe bestand bereits vor der Pandemie aus der medizinischen Analytik im gesamten Spektrum der Labormedizin, Infektiologie und Humangenetik.