SGD Süd-Präsident Hannes Kopf überreicht Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz an Wigbert Faber aus Dienheim

Für jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement zum Wohle der Gesellschaft hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz an Wigbert Faber aus Dienheim verliehen. Der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd), Prof. Dr. Hannes Kopf, hat die Medaille und Urkunde in einer Feierstunde an Wigbert Faber ausgehändigt.

In seiner Laudatio würdigte Präsident Hannes Kopf das umfangreiche und langjährige Engagement Fabers für die Gesellschaft. Neben Aktivitäten im Bereich des Sports und der Kirche lag ein Schwerpunkt seines Wirkens in der Heimatpflege, Kultur und Geschichte.

Bei zahlreichen Projekten der Landes-, Heimat- und Lokalgeschichte ist Faber der Motor und bringt seine Erfahrungen und Kenntnisse ein. So hat er beispielsweise Kurse zum Lesen alter Schriften angeboten, die sich insbesondere an Personen richteten, die selbst in der Heimatgeschichte tätig werden wollten. Sein Engagement für die Aufarbeitung der römischen Vergangenheit Dienheims, etwa bei der Initiative "Römerroute Rheinhessen" wird auch überregional wahrgenommen. Er hat zahlreiche Publikationen zur Geschichte Dienheims veröffentlicht. Sein Wirken geht auf das Jahr 1984 zurück: seit diesem Zeitpunkt hält Wigbert Faber alle lokalen Ereignisse in Dienheim in Bild und Ton fest. 2003 hat er einen vor über 100 Jahren in Dienheim gefundenen römischen Grabstein - den sogenannten Siliusstein - neu geschaffen und in weit über 800 Arbeitsstunden für die Gemeinde Dienheim angefertigt. Ein weiterer wurde dem Landesmuseum Rheinland-Pfalz geschenkt, der neben dem echten Siliusstein ausgestellt wird. Der Dienheimer ist auch Zinnfiguren-Künstler. Er schafft selbst die Formen und fertigt Zinnfiguren mit Motiven aus der Geschichte sowie Gegenstände wie zum Beispiel Weinflaschenkorken und Serviettenhalter. Durch diese künstlerische Tätigkeit konnte Faber viele Wünsche der lokalen Vereine künstlerisch "in Zinn" umsetzen. So hat er beispielsweise den Musikverein Rheingold Dienheim in ursprünglicher Uniform als Zinnfiguren dargestellt. Darüber hinaus den Niersteiner Fanfarencorps, die Polizeimusikkapelle Rheinland-Pfalz in der Originalaufstellung, die Amerikanische Militärkapelle Bad Kreuznach, den Posaunenchor Dienheim, The Blues and Royals aus England sowie zahlreiche Jazztanzgruppen. Seine Zinnfiguren wurden zur Attraktion seiner Ausstellungen und dienten auch als Ehrengeschenke für heimische Vereine.

Faber hat 1991 den Künstlerkreis in Dienheim gegründet und 25 Jahre lang Ausstellungen organisiert. Von 2004 bis 2008 war er Schriftführer im Förderverein Dienheimer Heimatmuseum und hat für das Heimatmuseum zahlreiche Sonderausstellungen präsentiert. Auch hat er die Planung und Konstruktion eines überdachten Anbaus für große Ausstellungsstücke entworfen. 2005 hatte er eine Bronzetafel gestaltet und gießen lassen, die er dem Förderverein Dienheim zum 225. Jubiläumstag der Durchwanderung von Friedrich Schiller durch Dienheim geschenkt hat. Seit 2005 betreut er die Dienheim-Seite auf "regionalgeschichte.net" vom Institut für geschichtliche Landeskunde der Uni Mainz. Bei Römertagen in Rheinhessen als auch in Kindertagesstätten und Schulen und Museen tritt er in einer Uniform des Auxilliar-Soldaten Silius auf, um über die römische Vergangenheit von Dienheim anschaulich berichten zu können.

Er unterstützt aktiv die Durchführung des Römertags in Rheinhessen und ist Förderndes Mitglied im Museum Guntersblum. Seit 2008 ist er ehrenamtlicher Verwalter des Dienheimer Gemeindearchivs. Alle historisch relevanten Urkunden des Gemeindearchivs wurden digitalisiert. Es erfolgte die Transkription aller Dienheimer Gerichtsbücher und anderer Dokumente von 1668 bis 1796 über zehn Jahre lang hinweg mit einem Einsatz von täglich fast zwei Arbeitsstunden.

Faber wirkt beim Dialektprojekt des Instituts für geschichtliche Landeskunde der Uni Mainz mit. Von 2008 bis 2012 hat er Zeitungsrecherchen betrieben über "Guntersblum" und "Dienheim", die die Geschichte erforschten und er hat die Daten sicher gespeichert.

2009 eröffnete Faber ein privates Museum "Museum am Siliusstein" zur Geschichte von Dienheim. Faber ist seit 2009 Mitglied im Museumsverband Rheinland-Pfalz. Er gibt seit 2009 Sütterlinkurse im Programm der rheinhessischen Kultur- und Weinbotschafter. Die Erlöse fließen in das Museum, das ohne staatliche Unterstützung funktioniert. 2010 hat Faber den Dienheimer Geschichtsverein gegründet und 2011 einen YouTube-Kanal eingerichtet. Unter "SILIUSvonDIENHEIM" werden Filme über die Geschehnisse in Dienheim gedreht, bearbeitet und dort veröffentlicht.

Faber hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte von Dienheim wie beispielsweise im Heimatjahrbuch Mainz-Bingen, in den Oppenheimer und Dexheimer Heften sowie in verschiedenen Büchern wie beispielsweise der "Evangelischen Kirchenchronik von Dienheim" oder die "Gasstätten in Dienheim" und die "Katholische Kirchengemeinde von Dienheim seit Christi Geburt" veröffentlicht. Im Jahre 2015 hat er eine Sonderbriefmarke zur Einweihung des Dienheimer Bahn-Haltepunktes geschaffen und zugunsten des Fördervereins "Kita Dienheim" verkauft. 2020 veröffentlichte er alle Dienheimer Gerichtsbücher auf der Homepage "dienheim.de" zur freien und allgemeinen Nutzung.

Der Geehrte war jahrelang im Verwaltungsrat der Kirchengemeinde St. Josef in Dienheim engagiert und hat ehrenamtlich einen Entwurf für den Neubau des katholischen Gemeindehauses gefertigt. Unter anderem war er Ideengeber für eine digitale Kirchenorgel.

Wigbert Faber engagiert sich auch im Bereich des Sports. Von 1986 bis 1991 war er aktiver Volleyballspieler, stellvertretender Mannschaftsführer sowie Pressereferent des Vereins. Seit 1998 ist er auch im Tennissport aktiv und war Mannschaftsführer Herren des Tennis Clubs TC Landskrone in Oppenheim und hat aktiv an Medenspielen teilgenommen.