Zentrallabor der SGD Süd: Hohe analytische Qualität auch bei Biotestverfahren

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) überwacht die Abwassereinleitungen aus kommunalen, gewerblichen und industriellen Abwasseranlagen. Zur Überprüfung der Qualität des gereinigten Abwassers werden Proben genommen und diese im Zentrallabor der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, angesiedelt bei der Regionalstelle Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Bodenschutz in Kaiserslautern, analysiert. Das Labor stellt seine Qualität bei der Durchführung der Wasseruntersuchungen bei Ringversuchen unter Beweis.

Bei einem Ringversuch beteiligen sich Analyselabore aus ganz Deutschland, wobei jedes Labor unterschiedliche, besonders präparierte Wasserproben durch den jeweiligen Veranstalter, erhält. Diese müssen nach genormten DIN-Verfahren fristgerecht untersucht werden.

Der Veranstalter beim aktuellen Ringversuch war die Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft in Nossen im Freistaat Sachsen.

"Ich freue mich über die sehr hohe Qualität des SGD Süd-Zentrallabors, die beim Leuchtbakterientest erneut bescheinigt wurde", betont der Präsident der SGD Süd Prof. Dr. Hannes Kopf.

Während zumeist chemische Analyseverfahren Gegenstand von Ringversuchen sind, ging es dieses Mal um ein aquatisches Biotestverfahren, den sogenannten Leuchtbakterientest. Allgemein versteht man unter solchen Biotestverfahren ökotoxikologische Methoden, mit denen die Wirkung von chemischen Substanzen auf Wasserorganismen erfasst und bewertet werden. Im Gegensatz zu chemischen Analysen, bei denen nur diejenigen Einzelsubstanzen nachgewiesen werden, nach denen spezifisch gesucht wird, erlauben Toxizitätstests eine Aussage zur Giftigkeit von Stoffen, die im Wasser enthalten sind.

Beim Leuchtbakterientest dient das Leuchtbakterium "Vibrio fischeri" als Testorganismus. Dieses Bakterium sendet bei funktionierendem Stoffwechsel ein natürliches Leuchten aus, die sogenannte Biolumineszenz. Werden Leuchtbakterien durch eine toxische Probe geschädigt, wird das Leuchten umso stärker gehemmt, je giftiger die Probe ist.

Der Leuchtbakterientest ist ein Kurzzeittest (akuter Toxizitätstest). Messkriterium ist die bakterielle Leuchtintensität, die mit einem Luminometer erfasst werden kann. Die Leuchtintensität wird vor Zugabe der Probe (Ausgangsleuchten) und nach maximal 30-minütiger Kontaktzeit gemessen. Hieraus ergibt sich eine hemmende oder gelegentlich auch geringe leuchtfördernde Wirkung durch die Probeninhaltsstoffe.