Erster Spatenstich zum Neubau des Schöpfwerkes Eich

Neustadt an der Weinstraße/Eich - Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) plant und baut im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz die Hochwasserschutzanlagen am Rhein. Dazu gehört auch das Schöpfwerk Eich, das nach fast 90 Betriebsjahren durch einen Neubau ersetzt werden muss.

Nach Durchführung des Planfeststellungsverfahrens durch die SGD Süd in Neustadt startet nun mit dem Ersten Spatenstich die Bauphase. SGD Süd-Präsident Hans-Jürgen Seimetz begrüßte die Gäste und betonte, dass Hochwasserschutz eine wichtige Aufgabe sei, die nur mit allen Akteuren und Betroffenen vor Ort gemeinsam geleistet werden könne. Deshalb hat die SGD Süd schon in der Planungsphase die Kommunen und die Bürgerinnen und Bürger mit einbezogen.

Das Schöpfwerk Eich stellt einen wichtigen Teilbereich zur Sicherung des Hochwasserschutzes am Oberrhein dar. Der Neubau ist im Zusammenhang mit dem geplanten Reserveraum für Extremhochwasser im Raum Eich-Guntersblum zu sehen. Der Schutz durch die Rheindeiche und den Reserveraum muss ergänzt werden durch den Schutz der Niederungen vor binnenseitiger Überflutung. Deshalb stellt das Schöpfwerk Eich in dem Gesamtprojekt einen wichtigen Teil dar.

"Wir müssen damit rechnen, dass Hochwasserereignisse bei uns aufgrund des Klimawandels zunehmen werden. Auch wenn wir Hochwasser nicht verhindern können, ist eine Vorsorge, wie durch den Neubau des Schöpfwerkes Eich, möglich", sagte Umweltministerin Ulrike Höfken beim ersten Spatenstich für den Neubau. Das Land habe in den letzten 25 Jahren etwa 1,1 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investiert. Fast die Hälfte sei für das umfassende Hochwasserschutzprogramm am Oberrhein genutzt worden, so Höfken. "Mit diesen Investitionen setzen wir ein Zeichen für den Schutz der Menschen, die in der Oberrheinniederung leben und arbeiten. Wir danken ganz herzlich allen Bürgerinnen und Bürgern sowie beteiligten Akteuren, die im Sinne der ganzen Gesellschaft das Gesamt-Projekt ermöglichen. Dank gilt auch allen Beteiligten bei der Ausführung und Planung", erklärte die Ministerin.

Die Bedeutung der Maßnahme wird auch hervorgehoben durch die Tatsache, dass der Neubau mit Mitteln aus dem Sonderrahmenplan "Präventiver Hochwasserschutz" gefördert wird. Dieser Sonderrahmenplan ist Teil des nationalen Hochwasserschutzprogrammes.

Das Schöpfwerk Eich stammt aus dem Jahre 1928 und wurde in den Jahren 1989 bis 1990 saniert und teilweise auch neu gebaut. Im Jahre 2010 wurde das Schöpfwerk einer intensiven Bauwerksuntersuchung unterzogen, die zum Ergebnis kam, dass das Mauerwerk innen- und außenseitig stabilisiert werden muss. Es gab erhebliche Mängel bei den Massivbauteilen und eine veraltete Schöpfwerktechnik.

Das Schöpfwerk steht im Eigentum des Landes Rheinland-Pfalz und wird von der Verbandsgemeinde Eich betrieben und unterhalten.

Mit dem Neubau wird auch der Unterhaltungsaufwand für die Verbandsgemeinde Eich reduziert. Der Neubau ist gegenüber einer Sanierung auch die wirtschaftlichere Lösung.