Ferienjob und Ausbildungsplatz: SGD Süd berät rund um den Jugendarbeitsschutz

Da jetzt zahlreiche Jugendliche eine Ausbildung beginnen oder einen Ferienjob angenommen haben, berät die SGD Süd rund um den Jugendarbeitsschutz.

Sinn und Zweck des Jugendarbeitsschutzgesetzes ist, Jugendliche im Arbeitsleben vor Überforderung, Überbeanspruchung und gesundheitlicher sowie seelischer Gefährdung zu bewahren.

Im Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt sind zum Beispiel:

  • Arbeitszeiten
  • Ruhepausen und die tägliche Freizeit
  • Nachtruhe
  • Samstags- und Sonntagsruhe
  • Urlaub
  • Berufsschule

Die vom Gesetzgeber vorgesehenen Maßnahmen reichen von der Begrenzung der täglichen und wöchentlichen Arbeitszeit über Beschäftigungsverbote bis hin zur gesundheitlichen Betreuung durch ärztliche Untersuchungen vor und während der Beschäftigung.

Ärztliche Untersuchungen:

Für die gesundheitliche Betreuung Jugendlicher sind ärztliche Untersuchungen vor und während der Beschäftigung Pflicht. Der Zweck dieser ärztlichen Untersuchungen besteht darin, mögliche gesundheitliche Schäden zu vermeiden, die mit der Beschäftigung in Zusammenhang stehen können.

Beschäftigungsverbote und Beschränkungen:

Zum Schutz der Jugendlichen sind eine Reihe von Beschäftigungsverboten und Beschränkungen erlassen worden. So ist es beispielsweise verboten, Jugendliche mit

  • körperlich schweren Arbeiten oder
  • Arbeiten mit einseitiger Körperbelastung zu beschäftigen.

Gestaltung der Arbeit:

Der Arbeitgeber muss dafür sorgen, dass der Arbeitsplatz, die Maschinen, Werkzeuge und Geräte so beschaffen sind, dass Jugendliche unter anderem gesundheitlich nicht gefährdet werden. Hierbei sind das noch nicht entwickelte Sicherheitsbewusstsein wie auch die mangelnde Erfahrung der Jugendlichen besonders zu berücksichtigen. Eine wertvolle Hilfe bei dieser schwierigen Aufgabe sind die Unfallverhütungsvorschriften sowie die allgemein anerkannten sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Regeln.

Beurteilung der Arbeitsbedingungen:

Vor Beginn einer Beschäftigung und bei wesentlichen Änderungen der Arbeitsbedingungen sind die mit der Beschäftigung verbundenen Gefährdungen durch den Arbeitgeber oder durch eine von ihm beauftragte zuverlässige und fachkundige Person zu beurteilen. Eine Gefährdung kann sich insbesondere ergeben durch

  • die Gestaltung und Einrichtung der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes,
  • physikalische, chemische und biologische Einwirkungen,
  • die Gestaltung, die Auswahl und den Einsatz von Arbeitsmitteln, insbesondere von Arbeitsstoffen, Maschinen, Geräten und Anlagen sowie den Umgang damit,
  • die Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitszeit und deren Zusammenwirken,
  • die fehlende Erfahrung und die zum Teil bei Jugendlichen vorhandene höhere Risikobereitschaft.

Der Betrieb hat dafür zu sorgen, dass die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung und die festgelegten Maßnahmen des Arbeitsschutzes dokumentiert sind.

Unterweisung über Gefahren:

Jugendliche müssen vom Arbeitgeber vor Beginn der Beschäftigung über die auftretenden Unfall- und Gesundheitsgefahren unterwiesen werden. Diese Unterweisung soll besonders die Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und das Verhalten in gefährlichen Situationen einschließen. Die Unterweisungen sind in angemessenen Zeitabständen, mindestens aber halbjährlich, zu wiederholen.

Für Fragen und bei Beratungsbedarf stehen bei der SGD Süd zur Verfügung:

Jugendarbeitsschutz:

  • für die Pfalz: Regionalstelle Gewerbeaufsicht Neustadt (Tel. 06321/99-0)
  • für Rheinhessen: Regionalstelle Gewerbeaufsicht Mainz (Tel. 06131/96030-0)