Sauerstoff- und Temperatur-Messungen an der Isenach

Neustadt an der Weinstraße/Bad Dürkheim – Das Landesamt für Umwelt (LfU) Rheinland-Pfalz hat eine Studie „Sauerstoff- und Temperaturhaushalt der unteren Isenach – Sondermessprogramm 2016“ fertig gestellt, deren Entwurf im Juni 2018 dem Gewässerzweckverband (GZV) Isenach-Eckbach vorgestellt wurde.

In der Studie wird deutlich, dass die Isenach aktuell Defizite im Sauerstoffhaushalt aufweist, die sich auf die Gewässerbiologie auswirken. Dies gilt auch für die renaturierten Bereiche der Isenach. Ursache sind komplexe Einzelprozesse. So hat die starke Eutrophierung der Isenach einen maßgeblichen Einfluss auf deren Sauerstoffhaushalt. Aber auch Mischwassereinleitungen und die Remobilisierung von Faulschlamm-Ablagerungen können die Ursache sein. Dies äußert sich in stark schwankenden Sauerstoffgehalten, die während der Vegetationsperiode kritische Werte in der Nacht erreichen.

Ein zentrales Anliegen von LfU und der SGD Süd ist es, darzulegen, wie wichtig die ausreichende Beschattung des Gewässers ist. Eine ausreichende Beschattung reduziert das Algenwachstum und sorgt auch für Abkühlung und damit deutlich geringere  Wassertemperaturen. Erhöhte Wassertemperaturen sind ein im Zusammenhang mit dem Klimawandel zunehmend an Bedeutung gewinnender ökologischer Faktor, der durch die Messungen eindrucksvoll belegt wird. Für die Isenach bedeutet dies, dass Aufweitungen und Verflachungen des Gewässerbettes in voll besonnten Bereichen gerade im klimatisch warmen Oberrheingraben das Temperatur- und Sauerstoffproblem noch verschärfen können. Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass neu renaturierte Abschnitte zunächst vorübergehend unbeschattet sind, weil sich die Ufergehölze erst entwickeln müssen.

Renaturierungen verschaffen Gewässern langfristig den notwendigen Entwicklungsraum und sind deshalb grundsätzlich nicht nachteilig für Struktur und Güte eines Gewässers. Gleichwohl wird, gemeinsam mit den Gewässer- und Landschaftsplanern weiter nach Lösungen gesucht werden, um die besten – dem Naturraum angepassten – Maßnahmen für die Gewässergestaltung finden zu können. Aus Sicht der SGD Süd ist wesentlich, dass weiterhin erhebliche Anstrengungen zur Minimierung des Stoffeintrages aus der Landwirtschaft und aus kommunaler wie industrieller Abwasserbehandlung erfolgen müssen.

Zusammenfassend bedeutet dies, dass bei Entwicklungsmaßnahmen von Flachlandgewässern auf eine naturgemäße und standortgerechte Bepflanzung zur Beschattung geachtet werden muss. Nur so kann der Sauerstoffhaushalt stabilisiert werden. Aufweitungen des Gewässerprofils und die Anlage von Flachwasserzonen ohne Beschattung können sich im Einzelfall nachteilig auf den Sauerstoffhaushalt auswirken und müssen daher in jedem Einzelvorhaben näher betrachtet werden.