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Das Speyerbach-Rehbach-System

Der Speyerbach ist ein ca. 60 km langer linker Nebenfluss des Rheins. Sein Einzugsgebiet beträgt 596 km2 und der Mittelwasserabfluss (MQ) am Pegel Neustadt beträgt 2,2 m3/s. Die Quelle des Speyerbachs liegt bei Speyerbrunn im Pfälzer Wald. Zweimal wird der Speyerbach in seinem Verlauf aufgeteilt. Zum einen an der Winzinger Scheide in Neustadt (2/3 Speyerbach und 1/3 Rehbach) und zum anderen an der Hanhofer Wasserscheide (2/3 Woogbach und 1/3 Speyerbach). Die Mündung des Speyerbaches in den Rhein liegt am Floßhafen in Speyer, die des Rehbachs östlich von Rheingönheim.
Bereits aus dem Jahr 1633 liegt ein schriftlicher Nachweis vor, dass der Atlantische Lachs bis Neustadt im Speyerbach-Rehbach-System vorkommt. Der letzte schriftliche Nachweis des Fangs eines Lachses im Speyerbach-Rehbach-System findet sich aus dem Jahr 1856. Durch die extrem schlechte Wasserqualität des Speyerbach-Rehbach-Systems ab Lambrecht bis Anfang der 1980er Jahre waren nahezu alle vorkommenden Fischarten verschollen. Um die schlechte Wasserqualität zu verbessern, wurden nun im Laufe der Jahre die Kläranlagen angeschlossen und modernisiert. Heutzutage ist die Wasserqualität des Rehbach-Speyerbach-Systems wieder so gut, dass auch sensible Fischarten wie Bachforelle, Mühlkoppe und Bachneunauge wieder vorkommen. Bei Voruntersuchungen im Jahr 2013 konnte durch die Obere Fischereibehörde festgestellt werden, dass im Speyerbach-Rehbach-System eine große Dichte an Bachforellen und den typspezifischen Begleitarten vorherrscht, geeignete Kieslaich- und Jungfischhabitate vorhanden sind und die wichtigen Riffle-Pool-Strukturen mit Unterständen und Wasserpflanzen vorkommen. Auf Basis der grundlegenden Vorarbeiten wurde somit die Eignung des Gewässersystems zur Wiederansiedelung des Lachses nachgewiesen. Als weiterer Schritt wurde im Jahr 2015 das Speyerbach-Rehbach-System im Rahmen des Wanderfischprogramms der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheines (IKSR) als Vorranggewässer für die Wiederansiedelung des Atlantischen Lachses ausgewiesen.

Zusammenfassung und Ausblick

Zusammenfassend kann nach vier Projektjahren festgestellt werden, dass die Wiederansiedelung des Atlantischen Lachses im Speyerbach-Rehbach-System sehr erfolgreich begonnen hat. Die Umsetzung erfolgte effektiv und ebenfalls erfolgreich. Die Eignung des Gewässersystems für die Wiederansiedelung wurde bestätigt und vor allem nachgewiesen. Als weiterer Schritt sollen nun durch die Maßnahmenträger die noch bestehenden Wanderhindernisse umgebaut bzw. mit Fischwanderhilfen ausgerüstet werden. Das Projekt wird in der Form weiter geführt und am Gewässersystem erweitert.

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Untersuchungen zum Erfolg von Besatzmaßnahmen mit markierten Zandern (Sander lucioperca) in ausgewählten Altrheinarmen in Rheinhessen-Pfalz

Hintergrund der Maßnahme

Ursprünglich lag die westliche Verbreitungsgrenze des Zanders in den Einzugsgebieten von Elbe und Donau. Im Gewässersystem des Rheins wurde er ab 1880 erfolgreich eingeführt. Im rheinland-pfälzischen und hessischen Abschnitt wird er seit 1886 durch die Berufsfischer gefangen. Untersuchungen über die einheimischen Fischbestände konnten im Rheineinzugsgebiet ebenso wie die Vertreter der Berufsfischerei eine erfolgreiche natürliche Fortpflanzung feststellen. Dennoch häufen sich die Aussagen von Seite der Angel- und Berufsfischerei über einen starken Rückgang von fangreifen Zandern im Rhein und seinen Altarmen.

Ziel der Maßnahme

Im Rahmen des Projekts wurden durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Neustadt an der Weinstraße, mehrere tausend markierte Besatzzander in den Rhein und seine Seitengewässer ausgesetzt. Auf Grundlage der Daten aus dem Wiederfang soll der Einfluss von Besatzmaßnahmen auf die Bestandsituation des Zanders untersucht werden.

Markierung

Die Besatzfische wurden vor den jeweiligen Besatzterminen mit einem Farbstoff auf Siliconbasis auf dem Ansatz des Kiemendeckels markiert. Die Markierung ist mit dem bloßen Auge gut erkennbar, da die Haut an dieser Stelle durchsichtig und verhältnismäßig dick ist.

Wichtig

Als Beispiel für die Markierung finden Sie auf dem Titelblatt / Textblatt der Broschüre ein Bild eines markierten Zanders. Der Zander ist mit gelber Farbe markiert, wobei diese innerhalb des roten Ovals als gelber Strich hinter dem Auge am Kiemendeckel zu erkennen ist.

Im aktuellen Projekt wurden die Besatzzander entweder mit gelber oder roter Farbe auf der rechten oder linken Körperseite markiert. Die jeweils markierte Körperseite wird aus Sicht des Zanders beschrieben. Das bedeutet, dass der auf der Titelseite dargestellte Zander auf der rechten Körperseite markiert wurde.

Um weiterhin erfolgreiche Fischbesatzmaßnahmen im Rhein und seinen Seitengewässern durchführen zu können, sind wir unbedingt auf vertrauenswürdige Rückmeldungen gefangener Zander durch die Freizeitangler angewiesen.

Wir bitten Sie daher, alle gefangenen Zander in die dem Erlaubnisschein beiliegende Fangmeldung einzutragen und am Jahresende bei den Erlaubnisscheinausgabestellen, den Freizeitfischereiverbänden oder bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd zurück zugeben.

Bitte geben Sie Ihre Fangmeldungen bis zum 15. Dezember jeden Jahres an eine der Fischereischeinausgabestellen, den Geschäftsstellen des Landesfischereiverband Rheinland-Pfalz e.V. oder des Sportfischerverbandes Pfalz e.V. zurück oder übersenden Sie diese an:

Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd
Abteilung 3
Referat 31 – Obere Fischereibehörde –
Friedrich-Ebert-Straße 14
67433 Neustadt an der Weinstraße

oder per E-Mail an:
thomas.oswald(at)sgdsued.rlp.de

oder per Fax an:
+49 (6321) 99-2930

Kontakt

Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd
Abteilung 3
Referat 31 – Obere Fischereibehörde –
Friedrich-Ebert-Straße 14
67433 Neustadt an der Weinstraße

Thomas Oswald

Fax: 06321 99-2930