Ein- und Auslassbauwerk mit Überführung der B 9

Das Bauwerk befindet sich bei etwa Rhein-km 489,87 (Bauwerksachse). Für diesen Standort sprechen folgende Aspekte:

  • das schmale Vorland,
  • der geringe Baumbestand auf dem Vorland und am polderseitigen Straßendamm und damit kein signifikanter Eingriff in die Umwelt durch das Bauwerk,
  • das polderseitige Gelände befindet sich in diesem Bereich auf rund 84 mNN; somit kann die Bauwerkssohle so tief gelegt werden, dass eine Entleerung auch von tief liegenden Flächen in freier Vorflut möglich ist,
  • im unmittelbaren Einflussbereich des Bauwerks ist im Polder keine schützenswerte Fauna vorhanden. Ebenso sind keine schützenswerten Elemente wie Hecken, Gehölze oder Gräben vorhanden,
  • die zentrale Lage wirkt sich vorteilhaft auf die gleichmäßige Flutung und Entleerung aus.

Abmessungen des Bauwerks
Das Bauwerk wird derart ausgelegt, dass bei einem Rheinwasserstand von 87,00 mNN der Bemessungszufluss ca. 220 m³/s beträgt. Die Unterkante des Ein- und Auslaufs liegt bei 84,00 mNN. Dies entspricht der mittleren Geländehöhe im Hochwasserrückhalteraum.
Die maximale Höhenlage der Oberkante des Durchlassbauwerks wird durch die kreuzende B 9 festgelegt. Die Gradiente befindet sich im relevanten Bereich geringfügig über 88,0 mNN, sodass Trassierungsänderungen der B 9 in Höhe oder Lage nicht erforderlich sind. Das Ein- und Auslassbauwerk wird flach gegründet und als Rahmen ausgebildet, um die Überführung der B 9 zu gewährleisten.
Polderseitig sind entsprechende Maßnahmen zum Schutz vor Auskolkung und Erosion vorgesehen, wobei auf befestigte Flächen soweit wie möglich verzichtet wird. Aufgrund des gewählten Betriebskonzepts treten beim Ausfluss in den Rhein nur niedrige Fließgeschwindigkeiten auf (die Wasserstände sind weitgehend ausgespiegelt), sodass hinsichtlich des Ausströmens keine zusätzlichen Einschränkungen zu beachten sind. Zudem ist die Schifffahrt, die eventuell durch Querströmungen behindert werden könnte, bei hohen Wasserständen eingestellt.
Als Tosbecken wird der ohnehin aus Stahlbeton zu errichtende Bereich unter der B 9 genutzt. Somit ist polderseitig lediglich noch im unmittelbar anschließenden Bereich ein halbkreisförmiges Beruhigungsbecken mit einer Sohle aus unvergossenen Wasserbausteinen erforderlich. Daran schließen sich eine befestigte Mulde und ein Streifen Dauergrünland an, der schließlich durch den landwirtschaftlichen Weg begrenzt wird.

Die Verschlüsse
Das Bauwerk erhält vier separat und einseitig angetriebene Klappen mit Verschlusslinie auf der Rheinseite.
Die Verschlussoberkante liegt auf 87,00 mNN und somit 50 cm unter BHW. Bei der Festlegung der Höhe für die Verschlussoberkante wurde berücksichtigt, dass Hochwasser mit Scheitelwasserständen über 87,00 mNN auf jeden Fall zu den Fällen gehören, bei denen das Einsatzkriterium erfüllt ist. Jedoch selbst für den Fall, dass höhere Wasserstände bei geschlossenem Verschluss auftreten, wird der Verschluss schadlos überströmt.

Die erforderliche elektrische Anlage ist ausschließlich für eine Stromeinspeisung durch Netzersatzaggregat ausgelegt. Die Stromeinspeisung erfolgt von einem mobilen Aggregat.

Der Leinpfad
Entlang des Rheines verläuft ein (unbefestigter) Leinpfad mit einer Gradiente zwischen ca. 84 und 85 mNN (im Bereich des Bauwerks zwischen 84,6 und 85,0 mNN). Um ein vollständiges Entleeren des Polders in freier Vorflut zu gewährleisten und aus hydraulischen Gründen (Anströmung) verläuft der Leinpfad vor dem Ein- und Auslassbauwerk zukünftig auf Höhe 84,0 mNN.

    Download

    Ein- und Auslassbauwerk (DWF-Datei, gezippt)

    Die Datei liegt im "Drawing Web Format" (DWF) vor. Dieses Format wurde von Autodesk entwickelt, um CAD-Informationen über das Internet publizieren zu können. Um diese Datei zu betrachten, muss auf Ihrem Computer ein DWF-Betrachter wie z. B. "volo view express" oder "autodesk express viewer" installiert sein.
    Hinweise und Downloads.