Ab Mittelwasser gibt die Selz seither einen Teil ihres Abflusses in die „Alte Sandlach“ ab, sodass der untere Teil der „Alte Sandlach“ wieder häufiger durchflossen wird. Gleichzeitig wurde der untere Gewässerabschnitt der Selz renaturiert. In einem zweiten Teilprojekt wurde im Dezember 2005 der oberstromige Anschluss der Alte Sandlach an den Rhein realisiert. Seither wird die Alte Sandlach an circa 70 Tagen im Jahr mit Frischwasser versorgt.

Erfolgreiche Wiederbelebung

Durch den ausgebaggerten Altarm, über welchen die im Jahre 2005 neu errichtete Holzbrücke führt, wird bei einem bestimmten Pegelstand (Wasserstandslinie über 80,50 m NN) Wasser aus dem Rhein in die "Alte Sandlach" und somit in Richtung des Polders Ingelheim geleitet. Der Jahrzehnte vom Rhein abgeschnittene Altarm ist hierdurch wieder zu einem Teil des Fluss-Ökosystems geworden. Erreicht wurde dies durch das Ausbaggern der Mulde auf ein Niveau, welches bei mittleren Rheinwasserständen den Wasserzulauf ermöglicht, bei sinkenden Rheinwasserständen hingegen einen Rückfluss verhindert. Die in den 1950er Jahren gepflanzten, standortfremden Pappeln wurden entnommen, um den Durchlass zu verbessern.
Der etwa 4 Kilometer lange ehemalige Seitenarm des Rheins – genannt „Alte Sandlach“ – wurde im letzten Jahrhundert durch anthropogene Eingriffe beidseitig vom Rhein abgekoppelt. Der „Alten Sandlache“ wurde daher über einen langen Zeitraum nur noch ein- bis zweimal jährlich bei Hochwassereinstau Frischwasser zugeführt. Außerhalb dieser Hochwassersituation herrschten Stillgewässerbedingungen. Als Folge des Nährstoffreichtums und der damit verbundenen sehr hohen biologischen Produktivität schritt die Verlandung der „Alten Sandlach“ schnell voran. Es kam regelmäßig zu fischkritischen Sauerstoffkonzentrationen. Für Fische, die mit dem Hochwasser in die Sandlache gelangten, entwickelte sich diese zur tödlichen Falle. Die Situation konnte durch das Projekt „Reaktivierung der Alten Sandlach“ verbessert werden. Im Zuge der Umgestaltungsmaßnahmen der Rheinaue zwischen Mainz und Ingelheim wurde als erstes Teilprojekt im Februar 2003 die Sandlache an die Selz angebunden. Ab Mittelwasser gibt die Selz seither einen Teil ihres Abflusses in die Alte Sandlach ab, sodass zumindest der untere Teil der Alten Sandlach häufiger durchflossen wird. Gleichzeitig wurde der untere Gewässerabschnitt der Selz renaturiert. In einem zweiten Teilprojekt wurde im Dezember 2005 der oberstromige Anschluss der Alte Sandlach an den Rhein realisiert. Seither wird die Alte Sandlach an circa 70 Tagen im Jahr mit Frischwasser versorgt.