| Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Rückblick: Infoveranstaltung zum ORK-Plenum am 29.01.2026 im DLR Rheinpfalz

Zu Beginn eines jeden Jahres wird abwechselnd vom Regierungspräsidium Karlsruhe und der SGD Süd in Zusammenarbeit mit der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz eine Informationsveranstaltung zum Plenum der deutsch-französisch-schweizerischen Oberrheinkonferenz (ORK) des vergangenen Jahres für Interessierte aus der Südpfalz und Mittelbaden organisiert.

In diesem Jahr hat Werner Schreiner, Beauftragter des Ministerpräsidenten für grenzüberschreitende Zusammenarbeit des Landes Rheinland-Pfalz und Vorsitzender der deutschen Delegation der ORK 2026, gemeinsam mit SGD Süd Präsident Prof. Dr. Hannes Kopf und der Karlsruher Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder am 29. Januar 2026 ins Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Neustadt eingeladen.

Das DLR ist ein erfahrener Akteur in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, vor allem im Bereich Weinanbau, wie Prof. Dr. Ulrich Fischer und Prof. Dr. Dominik Durner zu Beginn der Veranstaltung verdeutlichten und in diesem Zusammenhang auch den deutsch-französischen Studiengang MoVe (Master of Science Viticulture and Enology) hervorhoben.

Die Veranstaltung stand unter dem Motto: Rückblick, Ausblick und Perspektiven mit Interreg für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

Anlass der diesjährigen Informationsveranstaltung war das 51. Plenum der deutsch-französisch-schweizerischen Oberrheinkonferenz, welches am 12. Dezember 2025 in Basel stattfand, und bei dem zahlreiche grenzüberschreitende Projekte und Themen unter anderem in den Bereichen Umwelt und Landwirtschaft, Gesundheit und Katastrophenhilfe, Verkehr, Bildung sowie Kultur diskutiert und beraten wurden. Ziel der jährlichen Informationsveranstaltungen ist es, diese Themen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen und aufzuzeigen, wie gut grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Oberrhein funktioniert und welche Perspektiven sich für weitere Aktivitäten ergeben.

Zu den Prioritäten der französischen Präsidentschaft unter der Leitung des neuen Präfekten der Région Grand Est, M. Amaury de Saint-Quentin, zählen in diesem Jahr drei große Schwerpunkte: (1) Stärkung der Resilienz, (2) Verbesserung des Lebensumfeldes, (3) Stärkung der Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Kultur und Sport.

Ein besonderes Augenmerk der Informationsveranstaltung lag auf Informationen zu aktuellen Förder- und Beteiligungsmöglichkeiten in den Interreg Programmen Oberrhein und Nordwesteuropa (NWE). Eine Fördermöglichkeit bei Interreg Oberrhein bieten beispielsweise Kleinprojektefonds, von denen es bereits den laufenden Kleinprojektefonds Pamina gibt. Drei weitere Anträge für Kleinprojektefonds in den Bereichen grenzüberschreitende berufliche Orientierung, Wissenschaft und Verwaltungskooperation wurden eingereicht und werden, einer erfolgreichen Genehmigung vorausgesetzt, im Sommer 2026 starten können.

In seiner Doppelrolle als Mitglied des Begleitausschusses für Interreg A Oberrhein und als Vorsitzender des Deutschen Ausschusses für Interreg B Nordwesteuropa (NWE) hat SGD Präsident Hannes Kopf den Mehrwert der Förderung durch Interreg B Nordwesteuropa und die Bedeutung für Akteure am Oberrhein hervorgehoben und auf die Kontaktstellen und Ansprechpersonen für beide Programme bei der SGD Süd verwiesen. Der Kooperationsraum Oberrhein befindet sich inmitten des Interreg NWE Programmgebiets und weist thematische Überschneidungen in den Bereichen Klima und Umwelt, Energiewende, Innovation und Technik oder Tourismus auf. Namenhafte Akteure aus dem Oberrheingebiet wie beispielsweise die Rheinland-Pfälzische Technische Universität (RPTU) Kaiserslautern-Landau, das Karlsruher Institut für Technik (KIT) oder der Klimapartner Südbaden e.V. sind auch als Projektpartner an Interreg NWE-Projekten beteiligt (zum Beispiel Circular Building Convert oder Green SKHy). Auf diese Weise können programmübergreifende Synergien zukünftig noch stärker genutzt und Vernetzung gefördert werden.

Die Vorstellung praxisnaher ausgewählter Interreg Oberrhein-Projekte aus den Bereichen Bildung, Verwaltung und Klimaanpassung bildete den Abschluss der Infoveranstaltung. Das Projekt Tres’OR (Trinationale Schul- und Unterrichtsprojekte für eine nachhaltige, mehrsprachige Grenzregion) legt den Schwerpunkt auf Bildung für nachhaltige Entwicklung, Mehrsprachigkeit und Interkulturelles Lernen zur Erreichung demokratischer Werte und digitaler Kompetenzen.

Bei GRENZCAP steht die Stärkung der Verwaltungszusammenarbeit am Oberrhein durch die Überwindung bestehender Hindernisse und die Förderung grenzüberschreitender Kompetenzen im Mittelpunkt. Angesprochen werden insbesondere kommunale Entscheidungsträger öffentlicher Verwaltungen sowie Verwaltungsmitarbeitende.

Das Projekt Agri-PV widmet sich den Herausforderungen des Klimawandels und testet Photovoltaikmodule im Weinbau als besondere Solaranlagen zur Stromgewinnung. WiVitis bewegt sich auch im Feld der Klimaresilienz, indem Strategien für widerstandsfähige Reben entwickelt werden.

MoVe bezeichnet den bereits zuvor erwähnten deutsch-französischen berufsintegrierenden Masterstudiengang Weinbau und Önologie, bei dem Studierende aus Deutschland und Frankreich in vier Semestern auf Englisch gemeinsam studieren und forschen.

Im Anschluss der Veranstaltung hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit untereinander ins Gespräch zu kommen und sich zu vernetzen. So konnten beispielsweise neue Projektideen geteilt oder Interesse an Kleinprojektefonds und weiteren Fördermöglichkeiten über Interreg signalisiert werden.

Kontakt für grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Oberrhein bei der SGD Süd:
Tanita Thielmann, Ann-Sophie Seemann
tanita.thielmann(at)sgdsued.rlp.de, ann-sophie.seemann(at)sgdsued.rlp.de
+49 6321 99-2526, + 49 6321 99-2528

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